Ich habe in den letzten Jahren sehr viele Songs geschrieben. Ein Mensch bleibt mir für immer in Erinnerung: Peter. Er hat nicht nur einen Song bestellt. Er hat seine ganze Liebes- und Lebensgeschichte mit seiner Frau in einem Buch aufgeschrieben und uns geschickt.
Beim Lesen ist mir aufgefallen: Diese Geschichte ist so groß, dass ein Song dafür eigentlich nicht reicht.
Peter und seine Frau lernten sich kennen, als beide im Rollstuhl saßen.
Peter kämpfte sich aus dem Rollstuhl heraus und trat später bei einer Bodybuilding-Weltmeisterschaft an.
In den 90ern war er als Schiedsrichter bei der Fußball-Weltmeisterschaft dabei.
Peter war Professor. Seine Arbeit führte ihn unter anderem in den Irak, nach Südafrika und nach Swasiland.
Für die Sendung „Nur die Liebe zählt“ überraschte ihn seine Frau in Swasiland auf einer Safari und sang ihm ein eigenes Lied.
Danach kam Peter in Swasiland in Haft. Er wurde über mehrere Jahre misshandelt. Als er freikam, war er wieder querschnittsgelähmt.
Die beiden gingen wieder auf Reisen, beide im Rollstuhl. Sie lachten mit Freunden und besuchten Freizeitparks. Peter dachte immer einen Schritt weiter, auch für seine Frau.
Ich weiß noch, wie ich mit meiner Frau darüber gesprochen habe: So viel kann ein Mensch doch gar nicht erlebt haben. Und was macht Peter? Er schickt uns die Beweise. Aufnahmen als Schiedsrichter, von der Bodybuilding-WM und aus „Nur die Liebe zählt“. Zeitungsartikel. Fotos aus der Zeit danach, von Reisen und mit Freunden.
Wir haben uns zusammengesetzt und entschieden: Wir erzählen die Liebesgeschichte der beiden. Die dunklen Phasen gehören dazu, sie haben beide geprägt. Aber im Mittelpunkt steht die Liebe.
Das ganze Buch, Seite für Seite. Und dann die Frage: Was ist der rote Faden?
Die Melodie entsteht am Klavier, passend zu den Worten.
Ich singe den Song im Studio ein und produziere ihn fertig.
Ohne dich macht's keinen Sinn.
Das Leben allein und ohne dich,
jeden Tag frag ich mich, wohin.
Wo bist du? Sag mir, wohin.
Ein Song, der damals eine Erinnerung an seine Frau sein sollte, ist heute eine Erinnerung an ein einzigartiges Leben.
Inzwischen sind beide verstorben. Ich habe Peters Buch noch einmal in die Hand genommen, weil mich seine Geschichte nicht loslässt. Ich bin dankbar, Teil dieses Lebens gewesen zu sein. Auch wenn es nur ein kurzer Moment war, habe ich von Peter so viel erfahren und so viel Leidenschaft gespürt. Heute bin ich dankbar, sagen zu können: Ich habe diesen Mann gekannt.
Wir lesen alles, was ihr uns schickt. Auch wenn es ein ganzes Buch ist.